Stromernte vom Dach

Der Förderverein der Felix-Fechenbach-Gesamtschule initiiert das Projekt „Bürgerfotovoltaik“ in Leopoldshöhe.
Leopoldshöhe (sew). Eine Ernte auf dem Dach – die fährt der Förderverein der Felix-Fechenbach-Gesamtschule künftig ein. Die guten Erfahrungen mit der bereits vor Jahren installierten Fotovoltaik-Anlage haben die umweltbewussten Leopoldshöher auf eine weitere Idee gebracht: Sie kaufen sich ein weiteres Fotovoltaik-Feld und bieten Bürgern, Vereinen oder auch Firmen ebenfalls Dachflächen an.
Lippische Landes-ZeitungDer Förderverein der Felix-Fechenbach-Gesamtschule initiiert das Projekt „Bürgerfotovoltaik“ in Leopoldshöhe.

(Artikel aus der Lippischen Landes-Zeitung vom 18. 8. 2006) )

Leopoldshöhe (sew). Eine Ernte auf dem Dach – die fährt der Förderverein der Felix-Fechenbach-Gesamtschule künftig ein. Die guten Erfahrungen mit der bereits vor Jahren installierten Fotovoltaik-Anlage haben die umweltbewussten Leopoldshöher auf eine weitere Idee gebracht: Sie kaufen sich ein weiteres Fotovoltaik-Feld und bieten Bürgern, Vereinen oder auch Firmen ebenfalls Dachflächen an.

Die Idee für die „Bürgerfotovoltaik auf öffentlichen Gebäuden“ hatte Ulrich Lasar. Der stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins ist von der umweltfreundlichen Technik überzeugt, weil sie sauber und sicher sei. „Die fossilen Energieträger sind endlich. Atomkraft ist aufwändig. Regenerative Energien sind deshalb Alternativen, an denen wir nicht vorbeikommen“, ist er überzeugt.

Ein Gedanke, den die Gesamtschule schon vor einigen Jahren hatte. Über dem Eingang und an der Seite sind Fotovoltaikfelder installiert, die insgesamt eine Spitzenleistung von sieben Kilowatt (kW) produzieren können. Wieviel Ertrag die Anlage liefert, ist einfach abzulesen, denn in der Eingangshalle hängt eine Anzeige. Der Strom wird zu einem Festpreis verkauft. Die Einspeisevergütung darf die Schule zu einem guten Teil investieren. Dies ist einem Vertrag mit der Gemeinde festgeschrieben.

Als Ulrich Lasar seine Idee für die Erweiterung entwickelte, war der Förderverein schnell überzeugt. Und auch in der Verwaltung wird sein Engagement unterstützt. Die Gemeinde ist Schulträger und entscheidet, ob und wie die Dachfläche genutzt werden kann. „Da sind wir nicht ganz uneigennützig, denn die Schule profitiert vom Förderverein“, erklärte Gerhard Schemmel während eines Pressegesprächs in der Schule.

Der Verein wird eine Zehn-kW-Anlage kaufen, die 45 000 Euro kostet. Das Land zahlt einen Förderzuschuss von 8000 Euro, die Schule steuert einen gleich hohen Betrag aus ihrer bisherigen „Stromernte“ bei, der Förderverein nimmt einen Kredit bei der Umweltbank auf, und dann ist da noch die weitere Fläche, die die Gemeinde für 20 Jahre fest zusagt.

Platz für vier weitere Anlagen auf dem Dach

Auf ihr wäre Platz für vier weitere Zehn-kW-Anlagen, die über separate Zähler abgerechnet werden. Eine Voraussetzung, die erfüllt sein muss, wenn Bürger, Vereine, Unternehmen oder Gruppen ebenso wie der Förderverein einen Kredit mit besonderen Konditionen beantragen wollen. Pro Platz müssten die Investoren einmalig 1000 Euro quasi als Miete an den Verein zahlen.

Als Ertrag kalkulieren die Investoren 4500 Euro jährlich ein, dass das realistisch ist, belegen die bisherigen Abrechnungen und die Erfahrungen des Ingenieurbüros Schemmer & Frank, das schon mehrere Großprojekte auf öffentlichen Gebäude errichtet hat. „Strom wird auch produziert, wenn die Sonne nicht wärmt. Bei minus zehn Grad arbeiten die Module am besten“, erklärt Geschäftsführer Christian Schemmer-Kuhlmann.

Projektgruppe Außerdem garantiert das „Erneuerbare-Energien-Gesetz“, dass der Strom 20 Jahre zu einem Festpreis abgenommen wird. Wer sich für das Projekt interessiert, kann sich mit Ulrich Lasar gerne in Verbindung setzen, (0 52 02) 83416.


Alternativen fördern: Das Projekt für die Bürgerfotovoltaik stellten Ingenieur Christian Schemmer-Kuhlmann, Ulrich Lasar, Bürgermeister Gerhard Schemmel, die Vorsitzende des Fördervereins, Anke Gößling, und Schulleiter Dr. Gerfried Stanzel (von links) in der Gesamtschule vor. Oben rechts zeigt die Anzeigetafel, wieviel Strom die bestehende Fotovoltaik-Anlage in das Netz einspeist. (Foto: Sewing)

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